Pressemitteilung

App zum Arzt: Fachtagung des DigitalPakt Alter zur digitalen Gesundheitskompetenz älterer Menschen

16.05.2024

Auf der Fachtagung „Gesundheit auf E-Rezept? Digitalisierung verstehen und Kompetenzen stärken“ des DigitalPakt Alter diskutieren Menschen 60+ mit Expertinnen und Experten, wie e-Health bedarfsgerecht genutzt werden kann.  

Berlin/Bonn, 16. Mai 2024. Online-Sprechstunde, Smartwatch, Herz-App: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kann die medizinische Versorgung älterer Menschen verbessern. Umfragen zufolge befürchten viele Seniorinnen und Senioren jedoch, dass e-Health-Angebote technisch zu kompliziert sind. Auch Fachleute weisen darauf hin, dass digitale Gesundheitsanwendungen komplexere Digitalkompetenzen erfordern als etwa der Familienchat auf dem Smartphone. Lösungen sehen Expertinnen und Experten in benutzerfreundlich entwickelten Anwendungen und bedarfsangepassten Bildungsangeboten. Auf der Fachtagung „Gesundheit auf E-Rezept? Digitalisierung verstehen und Kompetenzen stärken“ des DigitalPakt Alter am 16. Mai 2024 in Berlin diskutieren deshalb ehrenamtlich Engagierte mit Expertinnen und Experten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik, wie e-Health für Menschen über 60 Jahren erfolgreich gestaltet werden kann.

Altersangepasste Bildungsangebote für e-Health-Anwendungen nötig
„Es ist von großer gesellschaftlicher Bedeutung, dass auch ältere Menschen digitale Gesundheitsanwendungen selbstbestimmt nutzen können. Die Fachtagung des DigitalPakt Alter schafft Raum für einen konstruktiven Dialog zwischen Personen, die diese Technologien entwickeln, dazu beraten oder sie nutzen und fördert das öffentliche Bewusstsein für die Relevanz digitaler Gesundheitskompetenz im Alter“, so Sven Lehmann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesseniorenministerium, das den DigitalPakt Alter gemeinsam mit der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen ins Leben gerufen hat. Dabei reicht es nicht, mit Älteren nur die technische Bedienbarkeit von e-Health-Anwendungen zu trainieren. Oft müssen Beratende erst einmal inhaltliches Verständnis schaffen. Denn nur 17 Prozent der über 70-Jährigen können sich vorstellen, sich in einer digitalen Sprechstunde behandeln zu lassen. Regelmäßig im Internet unterwegs sind in dieser Altersgruppe jedoch fast drei Viertel (71 Prozent). Gleichzeitig gilt: „Digitale Kompetenzen älterer Menschen sind nicht nur für den Einzelnen von Vorteil, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Wenn ältere Menschen Zugang zu digitalen Technologien haben, können sie länger selbstständig bleiben und besser mit ihren Familien und der Gesellschaft in Verbindung bleiben. Dies verbessert ihre Lebensqualität, entlastet das Gesundheitssystem und unterstützt eine gute Pflege“, so Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Berlin.

Erfahrungsorte sind zuverlässige Begleiter
Die Bildungsangebote der Erfahrungsorte des DigitalPakt Alter berücksichtigen die Besonderheiten, die digitale Gesundheitsanwendungen für ältere Nutzerinnen und Nutzer mit sich bringen. Sie empfehlen daher Schulungs- und Vermittlungsangebote über einen längeren Zeitraum, die persönlichen Kontakt vor Ort bieten sowie die Möglichkeit, digitale Anwendungen über einen längeren Zeitraum begleitet auszuprobieren.

Gerne vermitteln wir Ihnen zu diesem Thema auch Interviews oder Gastbeiträge unserer Expertinnen und Experten:

Dr. Anne Schulze, Referentin Verbraucherbildung
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.
„Insbesondere bei der gesundheitlichen Versorgung älterer, oft chronisch erkrankter Patient:innen ergeben sich durch die Digitalisierung vielfältige Chancen, die konventionelle Patientenversorgung sinnvoll zu ergänzen und zu verbessern. Dennoch ist es wichtig, auch alternative, nicht digitale Optionen anzubieten und alle Menschen mitzunehmen."

Franziska Christ, Projektkoordination Smart Surfer
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
„Digitalisierungsprozesse sollen dazu führen, dass sich unsere Gesundheitsversorgung für alle verbessert und Wohnort, Alter oder eigene Mobilität nicht mit darüber entscheiden, ob ich gut versorgt werde oder nicht. Hierfür müssen wir Ältere mit ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten mitdenken, sie ernst nehmen, informieren und ihnen so die Möglichkeit geben, dass sie selbst Entscheidungen treffen, die ihre Gesundheit betreffen. Nur so wird neue Technik akzeptiert.“ 

Regina Brendgen, Referentin
Erfahrungsort Wittenberg mit dem Schwerpunkt Gesundheit
„Digitale Anwendungen können die Lebensqualität älterer Menschen entscheidend verbessern. Mit unserer ‚Gesundheitsbox digital‘ wollen wir helfen, Berührungsängste zu minimieren und Wissen im Bereich Digitalisierung des Gesundheitswesens zu vermitteln.“

Claus Bamberg, 1. Vorsitzender 
Netzwerk sii Baden-Württemberg (Senioren Internet Initiativen Baden-Württemberg)
„Unser ehrenamtliches Netzwerk steht mit seinem Leitspruch ‚Wir vernetzen, unterstützen und schulen‘ für einen barrierearmen Umgang mit der Digitalisierung in allen Lebensbereichen. Mobilität, Gesundheit, Kommunikation sind unsere Kernthemen, in denen wir unsere Mitglieder fit für eine fortschreitende Digitalisierung machen.“

Über den DigitalPakt Alter
Der DigitalPakt Alter ist eine Initiative zur Stärkung von gesellschaftlicher Teilhabe und Engagement älterer Menschen in einer digitalisierten Welt. Initiiert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen wurde er im August 2021 gegründet. Seither wächst das Netzwerk aus Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stetig weiter. Seit Dezember 2023 gehören auch alle Bundesländer dazu. Bis Ende 2025 werden 300 Erfahrungsorte gefördert, um ältere Menschen beim Aufbau und Ausbau digitaler Kompetenzen zu unterstützen.

Weiterführende Informationen

Pressekontakt

Geschäftsstelle DigitalPakt Alter

Robin Stecken
Telefon 0228 / 24 99 93 52
stecken(at)bagso(dot)de

Mann beißt Hund, Agentur für Kommunikation GmbH

Julia Valtwies
Telefon 040 / 890 69 636
jv(at)mann-beisst-hund(dot)de